Phantomlohn

Eine der Arbeitgeber-Haftungsfallen besteht im so genannten Phantomlohn. Worum geht es dabei?

Nach dem Rechtsempfinden sollten sich die Versicherungspflicht und damit die Beitragspflicht der Arbeitnehmer nach dem tatsächlich gezahlten und zugeflossenen Arbeitslohn richten. Arbeitgeber, die dieser Auffassung folgen, können im Falle einer Prüfung durch die Deutsche Rentenversicherung in die Falle des Phantomlohns geraten. Die Rentenversicherungsträger verlangen über die auf den gezahlten Lohn berechneten Beiträge hinaus zusätzliche Beiträge aus tarifvertraglich geschuldetem, tatsächlich aber nicht gezahltem Arbeitsentgelt. Die Prüfer unterstellen die Höhe des arbeitsrechtlichen Anspruchs, auch wenn dieser Betrag aus welchen Gründen auch immer nicht gezahlt wird. Der Phantomlohn (oder auch Fiktivlohn) ist die Differenz aus dem Anspruch und dem tatsächlich gezahlten.

Die Beitragspflicht richtet sich einerseits nach dem Entstehungsprinzip und andererseits nach dem Zuflussprinzip. Bemessungsgrundlage ist das Arbeitsentgelt. Zu diesem gehören alle laufenden oder einmaligen Einnahmen aus einer abhängigen Beschäftigung. Für die Beurteilung ist es wichtig, Entgeltbestandteile zu differenzieren.

Laufendes Arbeitsentgelt - Enstehungsprinzip

Bei laufenden Entgelt kommt das Entstehungsprinzip zum tragen. Hier ist für die Beitragsberechnung das arbeitsrechtlich geschuldete Arbeitsentgelt die Grundlage. Die Höhe wird beispielsweise bestimmt durch:

  • das Mindestlohngesetz (MiLoG)
  • andere gesetzliche Ansprüche (Stichwort: Urlaubsentgelt)
  • (allgemeinverbindliche) Tarifverträge
  • Betriebsvereinbarungen
  • Ansprüche aus rechtskräftigen Urteilen der Arbeitsgerichte
  • Individuelle Arbeitsverträge

Auf die tatsächliche Zahlung kommt es hier nicht an.

Einmalzahlungen – Zuflussprinzip

Hier erfolgt die Berechnung der Beiträge nach dem tatsächlich gezahlten Entgelt. Zu den üblichen Einmalzahlungen zählen Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld oder Boni bzw. Gratifikatio-nen.

Wie kann es zu diesen Differenzen kommen?

Ein Knackpunkt ist beispielsweise die zu geringe Entgeltfortzahlung wegen einer Arbeitsunfähigkeit oder während des Erholungsurlaubs. Es stellt sich die Frage, ob bei der Entgeltfortzahlung Erschwerniszuschläge, Sonn- und Feiertagszuschläge oder Zuschläge für Nachtarbeit bei den bezahlten Freistellungen ebenfalls zu vergüten sind. Darüber hinaus ist zu beachten, wie im Fall der Entgeltfortzahlung Über- bzw. Mehrarbeitsstunden zu berücksichtigen sind.

Folgen des Phantomlohns

Neben den Beitragsnachzahlungen werden zusätzlich noch Säumniszuschläge erhoben. Falls der Arbeitgeber die Arbeitnehmeranteile der Beitragszahlungen übernimmt, sind diese Beträge zusätzlich als geldwerter Vorteil zu versteuern. Das dürfte die Regel sein, da Arbeitnehmer nur drei Monate belastet werden darf. In schwerwiegenden Fällen kann es zu strafrechtlichen Konsequenzen kommen.

Haben Sie Fragen zum Phantomlohn nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.